Ausstellungen

Mit Kunst den Glauben erlebbar und erfahrbar machen

Mit Gemälden und Zeichnungen, Skulpturen oder Plastiken kann dem christlichen Glauben und seinen Werten Ausdruck verliehen werden. Mit bildender Kunst soll der Glaube in der Oberlinkirche erlebbar und erfahrbar werden – optisch und nach Möglichkeit auch haptisch, indem Kunstgegenstände berührt und ertastet werden können. "Es muss für alle etwas sein, nicht nur etwas zum Ansehen", sagt Pastor Matthias Amme. Sie sind herzlich zu unseren Ausstellungen eingeladen:

Unsere Ausstellungen

Aktuelle Ausstellung

„Berühren und Hoffen“ – Kunst zum Anfassen

Skulpturen und Objekte aus Holz, Stein und Metall

Skulpturen und Objekte, die berühren und berührt werden können, sind seit dem 7. August in der Oberlinkirche zu sehen und zu erfühlen. In der Ausstellung "Berühren und Hoffen" werden Arbeiten der Künstler Norbert Müller, Wonder Luke und Siegfried Haase sowie die Künstlerin Christina Rode präsentiert. Sie arbeiten mit Holz, Stein und Metall und haben – wie auch Klientinnen und Klienten des Oberlinhaus – Bewegendes gestaltet, z. B. filigrane Webfäden aus Metall, Markantes aus Holz, Geschweißtes aus Werkzeugen, mit Saiten bespannte Hohlkörper, die zum Klingen gebracht werden können.

Anfassen ist ausdrücklich erwünscht: So werden Menschen mit Sinnesbeeinträchtigungen auf ihre ganz eigene Art und Weise an die Kunst herangeführt. Aber auch sehende Menschen können sich durch das Berühren der Skulpturen auf eine sinnliche Entdeckungsreise begeben, z. B. bei einer Führung durch die Ausstellung mit verbundenen Augen. 

"Berühren und Hoffen" ist bis zum 25. September 2022 zu sehen – mittwochs bis sonntags, 13-18 Uhr. 

Die Künstler

  • Siegfried Haase
    • wird 1949 in Groß Dölln – ein Ortsteil der Stadt Templin (Brandenburg) – geboren und wächst dort auf.
    • kehrt 2013 in seine Heimat zurück, nachdem er viele Jahre in Berlin gelebt hat. Hier hat er u. a. am Deutschen Theater gearbeitet und sein künstlerisches Know-how in Abendschulkursen, bei befreundeten Künstlern und als Autodidakt erworben.
    • wird 2014 Mitglied der Künstlergruppe „um Kunst“ und stellt aus – z. B. in Angermünde, Potsdam und Berlin. Arbeiten von ihm stehen nicht nur hierzulande, sondern u. a. auch in Griechenland, Italien und Schweden.
    • startet 2016 das Projekt „Kunst im Wald“. Auf einem Gelände mit Kiefernwald nahe seines Wohnortes stellen er und andere Kunstschaffende Kunstgegenstände aus. Diese werden z. T. vor Ort hergestellt und gezielt platziert – auf dem Boden oder auch auf Bäumen.
    • heute: Siegfried Haases bevorzugte Materialien sind Eisen, Stein und Holz. Zudem arbeitet er gern mit Fundmaterialien. Eisenschrott mag er am liebsten, weil jedes Teil eine Vorgeschichte hat. Rost ist für ihn Edelpatina, ein Symbol für die Einfl üsse von Natur und Zeit. Thematisch interessiert ihn der Mensch und sein Verhältnis zur Natur. Seine Inspirationsquelle ist die Philosophie. Zudem beobachtet er Mensch und Natur. Seine Ideen setzt er in skurrilen, hintersinnigen und humorvollen Darstellungen um.
  • Wonder Luke
    • wird 1958 in Guruve – ein Dorf und Zentrum des Distrikts Guruve in Simbabwe – geboren.
    • kommt 1986 nach Tengenenge, einer international bekannten Künstlerkolonie auf dem Gebiet der Bildhauerkunst. Die Siedlung befi ndet sich im Guruve-Distrikt der Provinz Mashonaland Central in Simbabwe/ Afrika. Er beginnt hier mit der Bildhauerarbeit und wird von Bernard Matemera, einem simbabwischen Bildhauer, inspiriert, dem er eine Zeit lang assistiert.
    • heute: Wonder Luke lebt in der Nähe des Künstlerdorfs Tengenenge. Er arbeitet sowohl von zu Hause aus als auch im „Friends Forever“-Headquarter in Ruwa nahe Harare City (Simbabwe), eine Künstlervereinigung simbabwischer Bildhauer, die sich im August 2004 gründete. Hier kreiert er seine individuellen Köpfe. Jeder Kopf ist inspiriert von den klassischen Büsten aus dem alten Rom oder Athen. Der afrikanische Einfl uss ist jedoch deutlich erkennbar. Seine Werke bearbeitet er am Ende mit Sandpapier und heißem Wachs. Dadurch werden scharfe Kanten vermieden und die Skulpturen bekommen einen besonderen Glanz, sodass jeder Betrachter sie auch gerne anfassen will. Seine Arbeiten sind in der ganzen Welt zu sehen. Er stellt in Europa, z. B. neben Deutschland auch in Belgien, Frankreich und Italien, sowie in Australien und den USA aus.
  • Norbert Müller
    • wird 1973 in Cottbus geboren und wächst in Potsdam auf.
    • erste Bildhauerarbeiten entstehen 1993 in der Ateliergemeinschaft im „Archiv“, ein alternatives Wohn- und Kulturzentrum in Potsdam.
    • eröffnet 2012 sein eigenes Atelier in Rostock mit Arbeiten aus Feldsteinen und Findlingen. Zuvor ist er viele Jahre auf See gewesen, hat als Matrose, Steuermann und Kapitän auf Segelschiffen Nord- und Ostsee sowie den Atlantik bereist. Es folgen Ausstellungen, z. B. in Ahrenshoop sowie in den Gutshäusern Dummerstorf und Groß-Kordshagen in Mecklenburg-Vorpommern.
    • zieht 2016 zurück nach Potsdam und eröffnet ein Atelier in Golm. In den Folgejahren stellt er in der Umgebung aus, z. B. im Findlingsgarten Seddiner See, in der Kulturscheune Kähnsdorf sowie in den Kirchen Golm und Nattwerder.
    • heute: Nach den ersten Sandstein-Arbeiten zu Beginn seiner Künstlerlaufbahn arbeitet sich Norbert Müller mittlerweile an Findlingen und Feldsteinen ab. Aus diesem unvergänglichen Material formt er individuelle Skulpturen, denen er die Spuren eines vergänglichen Lebens einschreibt. Die weichen Formen seiner fi gürlichen und abstrakten Skulpturen kontrastieren die Härte des Granits. Dabei wird die Transformation des Steins nur so weit vorangetrieben, dass das Material selbst noch zur Sprache kommt. Als Zeuge der Eiszeit bleibt so jeder Stein mit seiner Einzigartigkeit und natürlichen Ausdrucksstärke bestehen.
  • Christina Rode
    • wird 1962 in Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) geboren.
    • macht 1979-1985 eine Ausbildung zur Facharbeiterin für Holztechnik und absolviert anschließend ein Studium der Holzgestaltung an der Fachschule für angewandte Kunst in Schneeberg (Sachsen).
    • ist ab 1985 als Holzgestalterin selbstständig und baut eine Holzwerkstatt in Hohenbüssow (Mecklenburg-Vorpommern) auf. Sie entwirft u. a. Möbel für die Stuhlindustrie und gestaltet Spielplätze.
    • zieht 1991 nach Wietzow um − ebenfalls in Mecklenburg-Vorpommern − und arbeitet als freie Künstlerin und Bildhauerin. Zudem ist sie Mitbegründerin des „Verein-Kultur-Transit“. Ziel ist es, die Burg Klempenow kulturell zu beleben.
    • ist 2006-2012 Teil der Künstlerinnengruppe „Medea“, in der sich Künstlerinnen in ihrer Arbeit unterstützen, auch im Hinblick auf ihr Muttersein und ihre Kinder. Christina Rode hat zwei Söhne.
    • gehört 2007-2014 zu „Carpe Sonum“ – ein Verbund aus Musikern, Instrumentenbauern und Designern, die als „Klangwerker“ gemeinsam neue Instrumente entwickeln.
    • erster Klangstuhl entsteht 2012 aus einem Straßenbaum. Der Stuhl aus Lindenholz befi ndet sich heute im Raum der Stille der Oberlinklinik.
    • heute: Seit 1998 sind Christina Rodes Arbeiten z. B. „Die Reise der Wartenden“, die durch viele Städte u.a. auch durch Potsdam und das Oberlinhaus (2017) wanderte, ständig in Einzelund Gemeinschaftsausstellungen zu sehen.

Ihre Ansprechpartner

Pastor Matthias Amme

Porträt von Matthias Amme,

Elke Gerstl

Gemeindepädagogin